Gruß von Pfarrer Dr. Wagner
Meine lieben Kinder, geschätzte Leser im Internet!
Wenn wir in eine katholische Kirche kommen und nach vorne schauen, dann gibt es meistens einen Tabernakel. Manchmal ist der Tabernakel aber auch auf einem Seitenaltar. Tabernakel ist ein kleiner Schrank, in dem die Hostien aufbewahrt werden, die in der heiligen Messe verwandelt wurden. Ein Tabernakel ist sehr schön, meistens mit Gold verziert, weil er das Kostbarste unseres Glaubens enthält, den Leib Christi. Dass wirklich die Hostien im Tabernakel sind und Jesus lebt und in den konsekrierten Hostien gegenwärtig ist, zeigt uns das rote Licht, das vorne in der Kirche brennt. Weil dieses Licht immer brennt, heißt es auch „ewiges Licht“. Weil Jesus im Tabernakel wohnt, dann machen wir, wenn wir in eine Kirche kommen, vor dem Tabernakel eine Kniebeuge, denn der Ort, an dem der Tabernakel steht, ist ein heiliger Ort.
Wusstest Du schon, dass „Tabernakel“ übersetzt auch „Zelt“ bedeutet? So wie im Alten Testament Gott in der Wüste das Zelt der Bundeslade (vgl. Ex 33 und 40) aufgeschlagen hat, um darin zu wohnen, so hat der auferstandene Herr in der Kirche sein Zelt aufgeschlagen, um unter uns zu wohnen. Das Volk Israel führte auf seiner Wanderung durch die Wüste von Ägypten nach Kanaan dieses Zelt immer mit sich. Es ist das Zelt, wo die Herrlichkeit Gottes wohnt, in dem wir Gott begegnen. Hierin bewahrten sie die Bundeslade auf, in der die beiden steinernen Tafeln mit den zehn Geboten lagen.
Wenn wir Heilige Messe feiern und die Heilige Kommunion austeilen, dann werden die Hostien, die übrig bleiben, im Tabernakel aufbewahrt. Das hat zum einen den Sinn, dass Jesus Christus immer in der Kirche gegenwärtig ist, zum anderen kranke Menschen auf dem Krankenbett die Heilige Kommunion empfangen können. Jesus hat ja von sich selbst gesagt, dass er das „Brot des Lebens“ ist – so steht es im Johannesevangelium, Kapitel 6, Vers 48, und dass der „in Ewigkeit leben wird“, der von diesem Brot isst, wie es dort im Vers 51 heißt.
Für uns, die wir katholisch sind, ist die Hostie, die durch den Priester in der Messfeier „geweiht und gewandelt“ worden ist, vielmehr als einfach ein Stück Brot. Es ist der auferstandene Herr, der in der Kirche gegenwärtig ist. Weil das bei den evangelischen Christen ganz anders ist, gibt es in einer evangelischen Kirche auch keinen Tabernakel. Katholiken machen auch deshalb in Richtung des Tabernakels eine Kniebeuge, wenn sie in eine katholische Kirche kommen, weil diese Hostie auch das „Allerheiligste“ genannt wird.
Eine schöne Kniebeuge macht der, der bei geradem Oberkörper mit dem rechten Knie den Boden berührt, ungefähr da, wo unsere linke Ferse ist. Wer in der Kirche eine Kniebeuge macht, verehrt Gott. Nur Gott wird angebetet. Weil Jesus Christus in der Kirche gegenwärtig ist, macht man vor dem Tabernakel, in dem er aufbewahrt wird, eine Kniebeuge.
Ja, so interessant und spannend ist es, wenn Du in eine Kirche kommst, um dort auch zu beten. Weil die Kirche ein Haus des Gebetes ist, deshalb lade ich Dich ein, wenn Du mit Mama oder Papa nach Windischgarsten kommst, dass Du auch für eine kurze Zeit in unsere Kirche gehst, um Christus, der Dich einlädt und auf Dich wartet, anzubeten. Wenn Du eine schöne Kniebeuge machst, kannst Du beten: „Jesus, ich grüße Dich, Du aber segne mich!“ Das freut Gott, und Du bist von Gott gesegnet! Dann sitzt Du Dich in eine Bank und sprichst mit Gott!