"... weil in seinem Herzen Gutes ist."

„Der gute Mensch bringt aus dem „guten“ Schatz seines Herzens das Gute hervor und der „böse“ Mensch bringt aus dem „bösen“ Schatz das Böse hervor.“
Unser Umgang miteinander hängt wesentlich davon ab, was in unserem „Herzen“ ist: Gutes oder Böses.
Und das, was in unserem Herzen ist, hängt davon ab, was wir hineinlassen, wofür wir offen sind, womit wir unser Herz „nähren“.
Wenn es um das Essen geht, darum, womit wir unseren Magen füllen, unseren Leib nähren, sind wir heutzutage sehr heikel geworden. Wir legen großen Wert auf eine gute Qualität unserer Nahrung. Es ist auch gut so, weil es ja wirklich nicht egal ist, „was wir zu uns nehmen“.
Wenn es aber darum geht, womit wir unser „Herz“ nähren, sind wir oft viel weniger achtsam. Wie viel Schund und Unsinn „ziehen wir uns hinein“, ohne darauf zu achten, ob es uns auch guttut.
Alles, was wir über unser Sinne aufnehmen, was wir lesen, was wir ansehen, was wir hören, was wir so „angeboten“ bekommen – in den Medien, in alltäglichen Gesprächen, all das „macht etwas mit uns“.
Und es beeinflusst ja auch, „was aus uns herauskommt“.
„Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist.“ – sagt Jesus. -„Wovon das Herz voll ist und überfließt, davon spricht der Mund“ - hat es geheißen. Und so ist es ja wirklich.
Leider ist unser Herz manchmal „voll des Bösen“.
Wenn dann der Mund „überfließt“, „speien“ wir allerhand „Böses“ aus.
Es gibt diese seltsame Lust, die einen drängt, über einen anderen „Böses“ zu erzählen. – Und es gibt auch die Lust, das auch hören zu wollen.
Auch das Wort vom „Splitter“ im Auge des anderen und dem „Balken“ im eigenen Auge“, hat es in sich.
Die Kleinigkeiten, die „Splitter“, die das „Sehvermögen“ beeinträchtigen, ungenau und unscharf machen, kritisieren wir schnell, bei anderen.
Dass wir selbst manchmal beeinträchtigt sind in unserem „Blick“ auf die Welt, oder auf unsere Mitmenschen, weil wir einen „Balken“ im oder vor den Augen haben, das wollen wir nicht einsehen.
Sich um sich selbst zu kümmern, um einen klaren Blick, um offene Augen, ist immer gut, bevor man meint andere kritisieren zu müssen.
Von Sokrates, dem berühmten Philosophen im alten Griechenland, gibt`s da eine gute Geschichte:
Ganz aufgeregt kommt jemand zu ihm gelaufen:
„Höre Sokrates, das muss ich dir unbedingt erzählen: dein Nachbar...“
„Halt!“ unterbrach ihn der Weise, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe geschüttelt?“
„Welche drei Siebe?“ fragte der andere…?
„Ja, mein Freund, drei Siebe!
Prüfe, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht.
Das erste Sieb ist die „Wahrheit“:
Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“ - „Nein, ich habe es gehört und…“
„So, so, du hast es gehört, aber ob es auch wahr ist, weißt du nicht.
Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft,
es ist das Sieb der „Güte“.
Ist das, was du mir erzählen willst, wenn schon nicht als wahr erwiesen, wenigstens gut?“
Zögernd sagte der andere:
„Nein, das nicht, ganz im Gegenteil...“
„Dann“, unterbrach ihn der Weise, „lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es „notwendig“ ist, mir das zu erzählen, was dich so aufregt?“
- „Notwendig nun gerade nicht...“
„Also“, lächelt Sokrates, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es sein und belaste dich und mich nicht damit!“
Also: Wenn es dich wieder einmal juckt und du unbedingt etwas weitererzählen willst: Denk an die drei Siebe:
Ist es wahr, ist es gut, ist es notwendig?
Wenn nicht, so lass es und belaste dich und die anderen nicht damit.
„Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist.“ – sagt Jesus.
„Sie/Er war ein „herzensguter“ Mensch“ – wird manchmal bei Begräbnissen über jemand gesagt.
Ist doch schön, wenn das über jemanden gesagt wird. Warum aber erst wenn er gestorben ist?
Vielleicht sollten wir nicht so sparsam sein und es schon zu Lebzeiten sagen:
„Du bist ein herzensguter Mensch!“
Wer freut sich nicht, wenn er das hören darf?
Es tut gut und nährt das Herz und erfüllt es, so dass es überfließt und noch mehr Gutes hervorbringt.