Erinnerung an Maximilian Zweimüller

Günther Kiener, Organist unserer Pfarre, würdigt den international wirkenden Seewalchner Orgelvirtuosen und Musikpädagogen. An diesen erinnert seit 2022 eine Gedenktafel am Orgelaufgang.
Max Zweimüller hat sich sein Musikstudium durch seine Beschäftigung als Volksschullehrer verdient. Jede Woche fuhr er einige Tage nach dem Schuldienst nach Salzburg für sein Orgelstudium und das Studium der Musikwissenschaften. Nebenbei hat er Ende der 50-er Jahre noch einen Kirchenchor ins Leben gerufen, der auch später die Grundlage für den erfolgreichen Jakobuschor (über 60 Mitglieder) unter der Leitung von Rudolf Hemetsberger war. Nebenbei war er auch noch, wenn er nicht auf seinen ausgedehnten Konzertreisen war, als Organist in der Pfarrkirche tätig.
Ich kannte Max schon seit meinem 8. Lebensjahr. Meine Eltern waren damals schon Sänger im Kirchenchor und gute Freunde von Max. Dann verlor sich der Kontakt durch meine Schulausbildung in Ried und Linz und meine Arbeit in Deutschland. Erst nach meiner Rückkehr in die „Heimat“ lebte der Kontakt wieder auf. Wir hatten lange Diskussionen (mit praktischen Übungen auf seiner Hausorgel) über Tempi bei Bach für Orgel- und Chorliteratur, wobei wir nicht immer einer Meinung waren. Die Gespräche zogen sich nicht selten bis drei Stunden nach Mitternacht. Doch auch über moderne Orgelmusik (z.B. Heinrich Lemacher, den er persönlich kannte) und die freie Interpretation dieser Kompositionen haben wir viel gesprochen. Bei Bach und den übrigen Klassikern hat er das aber immer strikt abgelehnt.
Von ihm habe ich ganz grundlegendes Wissen über Agogik und Vortragstechnik im Allgemeinen erhalten, die bei meiner sehr kurzen Ausbildung an der Orgel zu kurz gekommen sind. Während meiner Chorleiterzeit beim Jakobuschor hat mich Max oft als Begleiter bei lateinischen Messen unterstützt und ist mir mit seinem Wissen zur Seite gestanden.
Die neue Pichner-Orgel
Nach dem Umbau unserer Kirche zur Jahrtausendwende hat er sich immer für den raschen Neubau einer Orgel eingesetzt. Er hat uns auch immer unterstützt im „Kampf gegen den PGR", der zu einem billigen elektronischen Instrument tendierte.
Als wir die Zustimmung für den Bau einer Pfeifenorgel von der Pfarrgemeinde erhalten hatten, wurde uns als Vorgabe gemacht, ein einfaches, für den Kirchengebrauch sinnvolles Instrument zu planen, auf keinen Fall eine Konzertorgel für Herrn Zweimüller. Außerdem sollte es ein österreichischer Orgelbauer sein. Es standen auch Vorschläge im Raum, ein Instrument zu bauen, das man dann auch erweitern könnte, je nach Finanzlage. Das konnte aber von Zweimüller und den Orgelbauern leicht entkräftet werden..
Zum Schluss ist aus all den Gesprächen mit Orgelbauern, vielen Besichtigungen und den Empfehlungen von Prof. Zweimüller ein gut gelungenes Instrument herausgekommen, dessen Fertigstellung und Einweihung 2013 Max leider nicht mehr miterleben konnte.
Günther Kiener