Wir versammeln uns, um das wichtigste Fest unseres Glaubens zu feiern.
Die anbrechende Nacht ist ein Zeichen für die vielen Nächte und Dunkelheiten, die wir aus eigener Erfahrung kennen: Die Nacht der Verlassenheit, der Trübsal, der Trostlosigkeit und des Zweifels, die Nacht der Angst und des Erlebens der Gottferne, die Nacht der Einsamkeit und der Lieblosigkeit, und die Nacht des bitteren Todes.
Es wird dunkel - ein Zeichen für den Tod Jesu, an den wir uns erinnert haben, aber auch ein Zeichen für die Ängste und Nöte in unserem eigenen Leben.
In dieses Dunkel hinein leuchtet aber ein kleines Osterfeuer. An diesem Feuer wird dann die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Das bedeutet: Der auferstandene Jesus, das Licht der Welt, leuchtet auch in unser Dunkel!
Das Licht, Wasser, Leben und gebrochenes Brot sind heute die vier großen Themen.
Wenn wir hier das Feuer sehen, fällt uns vieles ein. Feuer schenkt den Menschen Wärme und Geborgenheit.
Es kann auch im übertragenen Sinn Geborgenheit schenken, da es auch Menschen gibt, die in der Kälte der Lieblosigkeit leben.
Feuer schenkt den Menschen auch Licht, das leuchtet, wenn wir im Dunkeln unterwegs sind. Es leuchtet aber auch den Menschen, die Kummer haben oder in einem Krisengebiet leben, wenn sie Mitmenschen erleben, die ihnen helfen.
Wir haben deshalb ein Feuer entzündet, weil wir allen Menschen Licht, Hoffnung, Freude und ein Zusammenleben in Frieden, Liebe und Freundschaft wünschen;
Wir nennen Jesus das "Licht der Welt", weil er den kranken und ausgestoßenen Menschen - und auch den Sündern und Aussätzigen - Hoffnung und Licht geschenkt hat.
Jesus hat sie mit neuer Hoffnung erfüllt, so dass sie aufatmen und weiterleben konnten. Er war für diese Menschen ein „Lichtblick“.
Unsere Osterkerze ist ein Zeichen für Christus. Wir sehen auf ihr die Anfangs- und Endbuchstaben des griechischen Alphabets, Alpha und Omega.
Sie bedeuten: Christus ist der Anfang und das Ende.
ER ist allezeit für uns und alle Menschen da.
Diese Nacht ist so dunkel, weil in ihr alle Hoffnung auf ein Licht gestorben ist und die Welt schweigt und die Hoffnung gering geworden ist. Diese Nacht ist so dunkel, weil die Menschen vergessen haben, was diese Welt hell macht.
Diese Nacht ist so anders, weil Gott in dieser Nacht aller Nächte ein Licht hat erstrahlen lassen. Durch das leere Grab schenkt er uns neue Hoffnung. Jesus, unser Bruder, hat uns in dieser Nacht auch die Angst vor dem Sterben genommen.
MEDITATION
Ich habe einen Freund hier auf Erden
und einen Freund im Himmel.
Mein Freund und ich, haben zwei Engel im Himmel,
welche die Familie meines Freundes und somit von mir ist.
Mein Freund und ich, wir haben einen Fürsprecher
im Himmel; meinem Freund und mir hat er
die Hände zum Segen aufgelegt
und uns ein „Ich bin bereit“ entlockt!
Mein Freund und ich, sind hier auf Erden,
weil Gott uns in seiner Liebe das Leben geschenkt hat.
Mein Freund und ich, wir beide haben einen Bruder!
Einen Bruder, der immer für uns da ist
und der für uns auferstanden ist!
Mein Freund und ich, haben die Liebe des Vaters,
das Vertrauen und die Treue des Sohnes
und die Kraft des Hl. Geistes!
Mein Freund und ich, wir tragen das Licht der Osternacht
- welches unsere Herzen erleuchtet -
hinaus in die dunkle Nacht; hinaus in die weite Welt;
hinaus in die Herzen unserer Mitmenschen!
Das Licht der Osternacht möge in uns leuchten,
damit wir immer mehr wahre Jünger Jesu werden
und einmal - mit all unseren Verstorbenen -
die Herrlichkeit Gottes schauen werden!