Weitrager Kreuzweg & Auferstehungskapelle
Verlegung des Kreuzweges im Jahr 2003
Sanierung der Kapelle und des Kreuzweges im Jahr 2012/13
Hier finden sie den Artikel von Pfarrer Hubert Puchberger von Seite 14 aus dem Pfarrblatt 02/2023 in voller Länge und den Link zum Interview fürs Dekanatsmagazin.
Der Kreuzweg und die Auferstehungskapelle
Altenberg hat durch die Initiative der Bewohner von Weitrag 1877 einen Kreuzweg bekommen, der vielen Veränderungen ausgesetzt war, aber in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen hat.
1877 wurde noch das Bischöfliche Ordinariat um die Erlaubnis gebeten, einen Kreuzweg errichten zu dürfen. Bei der Errichtung wurden 7 Kapellen mit je 2 Stationen so angeordnet, dass sie direkt auf die Pfarrkirche als Ziel ausgerichtet waren. Den Abschluss des Kreuzweges bildete die damals noch so genannte Sportplatzkapelle. Sie stand genau in der Linie des Kreuzweges in Richtung Pfarrkirche.
Der Kreuzweg wurde immer gebetet. Seit den 70er Jahren wird er nach dem Vorbild der Wallfahrt am 13. des Monats zwischen Mai und Oktober auf den Pöstlingberg begangen. Es kam aber zu Kollisionen mit der Sportanlage. Das führte dazu, dass eine neue Strecke geplant wurde. Dafür waren einige Vorbereitungen notwendig. Zuerst wurde die Zustimmung der Weitrager Bevölkerung eingeholt, dann die Zustimmung der Gemeindeverwaltung und der Grundbesitzer, auf deren Grund der neue Kreuzweg verlaufen sollte. Schließlich blieb noch die Frage, wie die Kapellen auf ihren neuen Standort versetzt werden sollten. Viele dachten an einen Abbruch an der alten Stelle und einen Aufbau an der neuen.
Herr Leopold Ramerstorfer hatte die Idee, die Kapellen, so wie sie sind, zu versetzen. Dieser Idee begegneten viele mit Skepsis. Es bestand die Befürchtung, dass die Kapellen zerfallen würden. In einer aufsehenerregenden Aktion wurden dann schließlich die Kapellen tatsächlich eingepackt und mit einem kleinen Kran an die heutigen Standorte versetzt.
Herr Reinhold Hüttmann, der Vater unseres ehemaligen Kaplans Richard Hüttmann, hatte schon vorher die Tontafeln restauriert und damit den Kreuzwegdarstellungen ein würdiges Aussehen verliehen.
Schließlich blieb noch die Frage, was mit der Sportplatzkapelle geschehen sollte, die sich in einem desolaten Zustand befand.
Dankenswerterweise hat sich ein Retter gefunden. Herr Franz Freund hatte schon die Kitzelsbacher Kapelle renoviert und wurde gebeten, ob er sich nicht auch der Sportplatzkapelle annehmen könnte.
Herr Freund hat diese Aufgabe zu seinem persönlichen Anliegen gemacht und mit viel persönlichem und finanziellem Einsatz die Kapelle so restauriert, dass sie zu einem Anziehungspunkt für viele Menschen geworden ist. In Zusammenhang mit dem Kreuzweg wurde die Kapelle auch umbenannt. Als Endpunkt des Kreuzweges trägt sie nun die Bezeichnung „Auferstehungskapelle“. An der Außenmauer im Dachgiebel ist auch eine Auferstehungsdarstellung angebracht. Sie ist in Kupfer eingebrannt und dadurch wetterbeständig. Als Vorbild diente die die Auferstehungsdarstellung von Matthias Grünewald im Isenheimer Altar.
2013 wurde die Kapelle von Bischof Ludwig Schwarz feierlich gesegnet und in einem Pfarrfest mit Landeshauptmann Pühringer der Bevölkerung vorgestellt.
Nicht nur die Altenberger, sondern viele Menschen aus unserer Gegend, aber auch von weither, kommen in die Kapelle, um hier ihre Anliegen vor Jesus Christus und Maria zu bringen.
Wir dürfen uns freuen und auch stolz darauf sein, dass wir hier eine Anlage haben, in der unser Glaube lebendig wird. An der Kapelle wird um den Frieden gebetet und wird vor allem auch der Kinder gedacht, die ihr junges Leben bald wieder verloren haben. Hier finden auch viele Menschen einen Ort, an dem sie sich mit ihren Nöten und Sorgen gut aufgehoben wissen.
Ein Beispiel für Gebetsinitiativen ist die Gruppe „Initiative Österreich betet“. Sie betet um den Zusammenhalt und die Versöhnung in der Gesellschaft in Frieden und Freiheit. In diesem Anliegen wurde am 11. November 2022 eine Statue Unserer Lieben Frau von Mariazell als Wanderstatue in der Kapelle aufgestellt und als Vorbereitung darauf eine Gebetsnovene gehalten.
Eine besondere Freude war für die Freunde der Kapelle auch die Übergabe einer Reliquie des hl. Papstes Johannes Paul II., die in einer kleinen Feier in die Stirnwand der Kapelle eingesetzt wurde.
Eine Gruppe von Förderern kümmert sich mit Familie Elisabeth und Franz Freund um die Erhaltung und Pflege des Kreuzweges und der Kapelle. Einen herzlichen Dank ihnen und allen weiteren Helferinnen und Helfern für ihre wertvolle Arbeit!
Für die Pfarre und die Marktgemeinde Altenberg ist mit der Sanierung der Auferstehungskapelle und des Kreuzweges ein öffentliches Glaubenszeugnis geschaffen, das dem Frieden, der Menschlichkeit und der Hoffnung dient.
Dafür sei auch ein herzlicher Dank ausgesprochen.
Pfarrer Hubert Puchberger
>>> Interview fürs Dekanatsmagazin im April - Der Beitrag startet ca. ab der 30. Minute <<<