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Christine Grüll: „Jedes Jahr am Karfreitag ...“ (Sprecherin: Christine Grüll | Musik: Tilmann Grüll)
Jedes Jahr am Karfreitag liegt die Traurigkeit wie unsichtbare Tröpfchen in der Luft und lässt sich wie ein feiner Nebel auf Mensch und Dinge nieder.
Jedes Jahr am Karfreitag liegt ein Verlust in der Luft, weil ein guter Mensch namens Jesus gestorben ist und Menschen sterben, die ihren Lebensweg zu Ende gegangen sind oder denen der Lebensweg abgeschnitten wurde.
Jedes Jahr am Karfreitag hüllt der Gedanke an das, was Menschen einander antun, die Welt in ein trübes Licht.
In Wartberg ob der Aist stehen drei Kreuze von Herbert Friedl. Sie erinnern an das Jahr 1945, als hunderte Männer aus dem Konzentrationslager Mauthausen geflohen sind. Elf haben überlebt. Sie sind auf Menschen getroffen, die die Mitmenschlichkeit nicht vergessen haben.
Jedes Jahr, wenn der Karfreitag den Zenit überschritten hat, wird die Traurigkeit leichter. Auf den Karfreitag folgt immer ein Ostersonntag. Auf das Ende folgt die Auferstehung und mit ihr eine friedvolle Welt jenseits der Zeit.
Aber was wir dringend brauchen, ist der Frieden hier und jetzt. Mehr danach zu handeln, könnte helfen.

