Schöpfungsverantwortung und Zusammenhalt

Der Weg zur Klimabündnispfarre
Circa 50 Pfarren in der Diözese Linz sind Mitglieder beim Klimabündnis, dem größten Klimaschutz-Netzwerk des Landes. Eine davon ist die Pfarre Freistadt, die durch die Enzyklika „Laudato si‘“ von Papst Franziskus inspiriert wurde. Nach einigen, mit dem Katholischen Bildungswerk Freistadt organisierten, Vorträgen zur Schöpfungsbewahrung startete vor ungefähr 2 Jahren der Weg zur Klimabündnispfarre. Das Endziel, eine klimaneutrale Pfarre zu werden, ist jedoch noch lange nicht erreicht. Der laufende Prozess hin zum größtmöglichen Klimaschutz setzt sich aus vielen kleinen Bausteinen zusammen. In der Pfarre Freistadt gibt es zum Beispiel das Ziel, bei Materialien, Nahrungsmittel etc. welche bei pfarrlichen Veranstaltungen verwendet werden, auf Regionalität und Nachhaltigkeit zu achten. Eine große Herausforderung ist es hier, den Alltag der Menschen mit den Maßnahmen zum Umweltschutz zu vereinbaren, große Veränderungen rufen nämlich oft auch Gegenstimmen hervor.
Herausforderungen und Stolpersteine
Die größte Schwierigkeit dabei, eine klimaneutrale Pfarre zu werden, stellt allerdings das Budget dar. Die einflussreichsten Maßnahmen, wie beispielsweise eine Sanierung der Heizung oder die richtige Gebäudedämmung sind sehr teuer und in vielen Fällen einfach nicht leistbar. Außerdem ist es, wie Pastoralassistent Wolfgang Roth sagt, sehr frustrierend, dass Verantwortung für den Klimaschutz oft Einzelpersonen und kleinen Gruppen zugeordnet werden, während politische Maßnahmen, die wirklich viel bewirken könnten, außen vorgelassen werden. Trotz dieser Stolpersteine kommen die Konzepte der Klimabündnispfarre in Freistadt gut an. Wolfgang Roth bemerkt vor allem die vereinende Kraft dieses Themas, das Menschen aus diversen religiösen Ausrichtungen zusammenbringt und mit einem gemeinsamen Ziel verbindet. Auch innerhalb der Kirche kann und soll die Schöpfungsverantwortung alle 4 Grundaufträge, also Liturgie, Verkündigung, Diakonie und Gemeinschaft, verknüpfen und durchströmen.
Projekt „Baumpatenschaft“
Ein besonderes Projekt der Pfarre Freistadt in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk zum Thema Umweltschutz ist die Baumpatenschaft, welche in der Corona-Zeit ins Leben gerufen wurde. Hier können interessierte Menschen Plätze vorschlagen, die sich für die Pflanzung von Bäumen eignen würden. Nach einer eingehenden Prüfung kann die Baumpflanzung veranlasst werden. Eine Baumpatenschaft kann als „Realist:in“ für 50€ und als „Idealist:in“ für 100€ übernommen werden, im Herbst werden die ersten Bäume gepflanzt. Die Idee wird mit diversen Partner:innen, von der Bürgermeisterin von Freistadt über den Energiebezirk bis hin zum Bezirksforstmeister realisiert, was wiederum zeigt, dass beim Thema Umweltschutz viele Menschen an einem Strang ziehen.
Sophie Mayr, Abteilung Pfarrgemeinde und Spiritualität